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En Dialogue Beiträge

Sommerlektüre

Die seltsame Stille im Waldstraßenviertel, die mich auf unbehagliche Weise an die Zeit Ende März bis Anfang Mai erinnert, lässt erahnen, dass es Sommer ist. Auch ich bin zwischen Bequemlichkeit und Aufbruchstimmung in der letzten Woche nicht zu meinem Blogeintrag gekommen. Jetzt in der Sommerpause, so denke ich, ist ein zweiwöchiger Rhythmus auch genehm. Bevor ich mich auf mache in das Ferienhaus der Familie – idyllisch gelegen am Meer in der korinthischen Bucht – möchte ich mit euch meine Sommerlektüre teilen. Dank des Insta-Posts eines Freundes bin ich erneut auf Kerstin Hensel gestoßen. Als Lyrikerin verehre ich sie sehr. Nun hat sie eine Novelle im Luchterhand Verlag herausgebracht. Beim ersten Reinstöbern wird bereits deutlich, dass dieses Buch nicht aus der Hand gelegt werden darf und das Genre Novelle durch die Hand dieser umwerfenden Schriftstellerin erneuert wird. Daneben im Gepäck: die Aufzeichnungen Band 1 von Simone Weil. Es ist lange her, dass ich mich der Philosophie gewidmet habe – zu lange. Als Musikerin bin ich zu lange bei Adorno hängen geblieben. Jetzt also Simone Weil. Ich bin gespannt. Bereits gelesen, aber erneut mitgenommen habe ich die Studie Opernsänger heute der Bertelsmann Stiftung. Hierzu werde ich nach der Sommerpause Anfang September eine…

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Neuer Leipziger Kulturzirkel

Der 1. Neue Leipziger Kulturzirkel fand am 11. Juli in unserem Musiksalon statt. Ein erfolgreicher Auftakt. Einen Bericht darüber könnt ihr in Oper & Leben (Episode 9) nachhören. Mit dabei waren junge Köpfe aus Musik, Literatur, Kunst und Wissenschaft. Auch Regina Katzer von der LVZ war neugierig und darüber berichtet: Der nächste Kulturzirkel findet Anfang September statt. Wer Interesse hat mal mit dabei zu sein als Gast oder Zirkulaner, der kann mich gerne kontaktieren. Eine schöne Woche Euch! Eure Muse Juliane

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Vorfreude | Neue Episode von Oper & Leben am 20.Juli

Am 20.Juli gibt es wieder eine neue Folge von Oper & Leben – dann berichte von Neuem Leipziger Kulturzirkel. Themen werden unter anderem Händels Oratorien, der Neubau von modernen Cembali und die bedeutende Rolle von Hausmusik für die Konzertlandschaft sein. Ich wünsche Euch bis dahin eine musenvolle Woche. #sogehtsächsisch

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Wie viele sind wir? Gibt’s die überhaupt? Ein Kommentar zur Bertelsmann Studie Opernsänger mit Zukunft!

Partiell wirklich vorhandener Finanznöte? Freiberuflich zu sein bedeutet faktisch arbeitslos zu sein? In der vom Institut für Kultur und Medienwirtschaft (IKMW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführten Studie hat das IKMW die Arbeitswirklichkeit, Ausbildungssituation und Zukunftsperspektiven des Operngesangsnachwuchses in Deutschland umfassend untersucht. Ich habe mir die Studie mal genauer angeschaut und bin verblüfft, dass so wenig harte Fakten zur Grundlage genommen worden sind. Die Studie fußt auf eine persönliche Einschätzung der Autorengruppe und Zahlen, die die deutschen Musikhochschulen geliefert haben. Hierbei muss ich feststellen, dass sowohl formal als auch inhaltlich nicht die allgemein bekannten Standards zu erkennen sind, die dem Namen „Studie“ gerecht werden. Der Bertelsmann Stiftung scheinen dabei Experten und Zugang zu verlässlichen Zahlen gefehlt haben. Einen umfangreichen Kommentar dazu werde ich in den nächsten Tagen an dieser Stelle als pdf zum Download zur Verfügung stellen. Für eine hoffnungsvolle Zukunft in der Kunst & Kulturbranche ist es unablässig, dass in unser heutigen medialen, komplexen Welt Daten zu Verfügung stehen, die ein umfassendes Bild unserer Arbeit als Opernsänger zeichnen. Es kann nicht sein, dass ich hier Sätze lese, wie „Freiberuflich zu sein bedeutet faktisch arbeitslos zu sein“ oder „Nicht das prosaische Monothema »Sparen und Etatkürzungen« dominiert folglich die Agenda, sondern…

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LINKSAMMLUNG zur Episode 7 „Starke Netzwerke“

Musikinformationszentrum des deutschen Musikrates: http://www.miz.org/ Ver.di Fachgruppe 8: http://www.musik.verdi.de/ GDBA – Bühnengenossenschaft https://www.buehnengenossenschaft.de/ FIA https://fia-actors.com/ DOV – Deutsche Orchestervereinigung https://www.dov.org/ FIM https://www.fim-musicians.org/ VDO https://www.vdoper.de/ Ensemble Netzwerk https://ensemble-netzwerk.de/enw/ziele-3000/ Kreatives Leipzig e.V. https://www.kreatives-leipzig.de/

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Oper & Leben lebt!

Im Rahmen des KdfS-Stipendiums DENKZEIT wurde Oper & Leben als erster Podcast für die Kampagne des Landes Sachsen vorgeschlagen. Damit darf ich als Kulturbotschafterin offiziell für #sogehtsächsisch produzieren. Wenn das nicht ein Anlass zum Feiern ist! Bei mir heißt es nun: ReLaunch. Das Rebranding der Episoden ist schon geschehen. Im Laufe der Woche erwarten euch neue Videos auf dem YOUTUBEChannel von #sogehtsächsisch. Ich werde auf meiner INSTA-Muse fleißig berichten. Ich freue mich riesig – besonders auf das wunderbare Mediateam, dass mich so warmherzig empfangen hat: Vielen Dank Robert! Hier kann man schon mal reinschnuppern: Schaut auch mal auf der homepage https://www.so-geht-saechsisch.de/ vorbei. Ab dem 06.Juli gibt es dann neue Episoden auf die Ohren: Beim OPER & LEBEN TALK habe ich die wunderbare Sopranistin Nora Lentner von der MuKo zu Gast. Ich werde über den ersten Leipziger Kulturzirkel berichten und gehe auf Landpartie. Das Jagdhaus Kössern freut sich schon auf meinen Besuch – dort ist es auch Konzerttechnisch sehr ruhig geworden… Ich wünsche Euch eine wundervolle Woche. Eure Muse, Juliane

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Memo Julius Stockhausen No. 2 | Keine Klassenunterschiede

Die Mutter – eine zentrale Figur, die Julius‘ Kunstsinn und -geschmack prägte. Wie oft habe ich mich gefragt, ob es essentiell ist klassische Musik im Elternhaus zu hören, damit man später eine Karriere darauf aufbauen kann! Natürlich gibt es unzählige Beispiele, die bestätigen, dass Musikereltern auch Musikerkinder hervorbringen. Wie kann es anders sein, wenn man einmal mit dem Elixier infiziert wurde? Eine andere Frage, die damit einhergeht ist, ob klassische Musik nur für elitärere Haushalte zugänglich ist? Auch dafür gibt es in der Gegenwart zahlreiche Beispiele. Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Junge, der auf dem Kölnberg aufwächst, Zugang zum Klassikkanon Bach bis Zemlinsky hat, geschweige denn jemals vom Sänger Julius Stockhausen gehört hat. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Klassische Musik gehört nicht in den Entertainment- und Eventbereich, sondern ist ein Forschungsgebiet, wie jede andere Wissenschaft auch. Grundlage dieser Forschung ist die Bildung, die wir bereits in der Schule vermittelt bekommen, herrschende Meinungen (d.h. Meisterwerke von Komponisten, die als Meilensteine dieser Forschung betrachtet werden). Dennoch braucht man heute natürlich nicht so viel Glück eine Magarete Stockhausen als Mutter zu haben, damit man überhaupt Zugang zu der Welt der klassischen Musik haben kann. Youtube an und schon…kommt die Piano-Sonate…

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Memo Julius Stockhausen No. 1

Im Grunde ist es leicht zu sagen, dass der Zugang zu Bildung und Kultur durch die digitalen Medien vereinfacht wurde. Ich frage mich in den letzten Wochen, inwiefern der Gesangsunterricht über Skype wirklich machbar ist. Das Reisen ist immer noch eingeschränkt – heute hat Großbritannien nun nach langem Zögern die Quarantäneverpflichtung für Einreisende verhängt – und man greift doch gerne auf Skype zurück, um nicht gänzlich die Routine und den Kontakt zu verlieren. Trotzdem ich mich als digital-affin beschreiben würde, habe ich bis heute eine Hemmung, wenn es darum geht den Gesangsunterricht per Videokonferenz ernst zu nehmen. Lieber wende ich mich dann doch dem klassischen Buch zu, um tiefer in die Gesangslehre einzusteigen. Bereits im letzten Jahr habe ich mich vermehrt mit Julius Stockhausen beschäftigt. Seine Mutter war eine große Sängerin, die ihrem Sohn ein tiefgründiges Verständnis über den Aufbau einer jungen Stimme mitgab. Julius entwickelte Ihre Gesangslehre weiter und ist nun für mich eine große Inspirationsquelle. Die letzten Monate waren insofern bereichernd als dass ich mir viel Zeit genommen habe mein Gesangsinstrument zu pflegen, zu intonieren und Konsonanten mit Würde zu singen. Ein paar von Julius‘ Gedanken habe ich aufgegriffen und für mich neu definiert. Diese möchte ich in…

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Die heilige Musik

Das Konzertkarussel beginnt sich langsam wieder zu drehen. Für die namenhaften und große Künstler gibt es so manches kleines Festivalformat, dass nun Aufwind bekommt. Mit im Gepäck die Programme der großen Häuser, die nun für ein 100-köpfiges Publikum darzubieten sind. Dabei beschleicht mich der Gedanke, dass der Kuchen um das große Fressen immer kleiner wird. Das Karussel der Auftrittsmöglichkeiten hat einfach zu viele Mitfahrende und immer geht es in dieselbe Richtung – immer schön im Kreis. Ein vorerst letztes Mal möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, dass Musik so viel mehr als ihre Auftrittsmöglichkeiten und auch so viel mehr als musikalisches Erbe und Bildung. Das würde ihr nur 10 % gerecht. Wie jede andere Kunstform strebt sie nach dem UNGEHÖRTEM, UNBERÜHRTEM und INNOVATIVEM. Ganz ihrer Natur nach ist sie für mich mehr Wissenschaft, als Soziokultur; mehr Patent, als feinabgestimmtes Allheilmittel; mehr Zukunft, als Rückblick. In diesem Sinne gehe ich in den nächsten Monat mit voller Freude über die Menschen, die den Kern der heiligen Musik bewahren und über die Krisen hinaus ihren Teil dazu beitragen, dass die anderen 90 % einen Raum zur Entfaltung bekommen können. Ein kleiner Ausblick auf mein Highlight des Festivalsommers 2020: Kommt zu Hauf!

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