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Les Muses en Dialogue #1

Spiegelsaal-Edition

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Für die Saison 2020/2021 initiiere ich mit dem Projekt Les Muses en Dialogue ein neues Programmformat, das aus digitalen Inhalten und klassischen Liedprogrammen besteht.

Dazu werde ich zusammen mit meinem Duopartner Ermis mit dem Autor Alexander Pape deutschlandweit als TRIO auf Lied-Tour gehen. Alex wird aus seinen Kurzgeschichten lesen und wir werden in einen Dialog über Text, Musik und natürlich DIE MUSE treten.

Die Programme reichen – wie üblich bei unserm Lied Duo – von der Romantik bis zur Neuen Musik. Besonders freue ich mich über das Programm „Frauen“. Es verspricht wirklich einen neuen Blick auf die Schaffensprozesse von Komponistinnen zu werfen. Ich konnte mich dabei zum ersten Mal der Münchner Komponistin Josephine Lang zuwenden- einer der unterschätzten Komponistinnen des 19 Jh. .

Das Lied „Gedenkst du mein?“ ist wirklich von außerordentlicher Größe:

Daneben freue ich mich auf Werke für Stimme und Klavier von Isabel Mundry, die die Geister der Vergangenheit hinter sich lässt und auch über die Notation ganz eigene Ansätze verfolgt:

„In der Neuen Musik gab’s ja tatsächlich eine Zeit lang dieses Paradigma, also diese auch, muss ich sagen, etwas absurde Idee, dass man alles notieren kann und dass es die perfekte Aufführung gibt. Ich sag dann immer ironisch, ja, und im Idealfall wird bei der Generalprobe die Interpretation in die Gefriertruhe getan und dann genauso wieder aufgetaut in der Premiere. Mich interessiert etwas anderes. Natürlich, die Notation kann bestimmte Dinge verschriftlichen und andere nicht, und jetzt ist die Frage, wie geht man mit den anderen um. Ich setze da auf eine Form von Resonanz, die sich aus dem Werk selbst ergibt und unter Umständen auch aus den Erfahrungen mit anderer Musik. Da sind wir schon wieder beim kulturellen Gedächtnis, ich will jetzt diese Modewort nicht so strapazieren, aber sozusagen, was investiert man in eine Interpretation.

Ich würde sagen, im Idealfall legt das Stück selbst Spuren, die Hinweise geben, was die Freiräume sind und was sozusagen für Freiheit vom Interpreten oder Interpretin erwartet wird. Damit experimentiere ich gerade viel, weil ich auch viel sozusagen das Hören in der Aufführung derzeit zum Thema mache, oder es gibt Resonanzräume aus anderen Werken, und ich denke, das erschließt sich nicht selten von selbst. Also zum Beispiel, wenn ein Werk viel mit Schnitttechniken arbeitet, dann liegt natürlich irgendwie das Genre Film, aber auch das Genre Popmusik wahrscheinlich in der Luft. Wenn es mit Figuren arbeitet, dann könnte man an die Zweite Wiener Schule denken, dann kann man aber auch an die Barockmusik denken. Und ganz ehrlich, nichts finde ich wünschenswerter, als wenn die Interpretinnen und Interpreten dann auch kreativ werden. Dafür ist ein Musikstück da. Ich bin nicht diejenige, die immer am besten weiß, wie man es aufführen soll.“

Das ganze DLF-Interview findet ihr hier.