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Kategorie: Literatur, Lyrik, Philosophie

Coache dich selbst! 7 Wege für ein glückliches Sängerleben.

Musik ist alles, aber dann eben doch nicht. Ihr kennt das vielleicht… Man arbeitet hart an der Vorbereitung eines neuen Programms, einer neuen Partie oder einfach auch Organisatorisch für das nächste Vorspiel oder Vorsingen. Man bleibt ganz verbissen daran das Notenmaterial, Text , Stilistik und Ausdruck zu studieren. Allmählich fühlt sich der Weg hart und schwer an, wirklich auf der Bühne überleben zu können und man beginnt zu zweifeln. Abstand, Sackenlassen und einfach mal wieder was anderes tun ist dann angesagt.Verbissenheit und Starrsinn tut der Musik so wenig gut, wie zu viel Zucker in deiner Lieblingssüßigkeit. Wie können wir uns also mit vollem Fokus und Disziplin auf die Musik einlassen, ohne diese Aufgabe als die existenziellste unseres Lebens zu begreifen? Mir hat dabei das Standardwerk 7 habits of highly effective people von Stephen R.Covey geholfen. Das TIME Magazine zählt Covey Werk zu den 25 einflussreichsten Management-Methoden. Oh je das klingt jetzt ganz trocken: Management- Methode, aber im Grunde geht es viel mehr darum, wie man effektivsten mit sich und anderen umgeht. Ein Schlüsselwerk in Sachen human Bevor es richtig los geht: Ihr könnt den Blogbeitrag auch als Podcast hören. Hie gibt es einen kleinen Einblick: Der wohl berühmteste Gedanke von…

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URANIA |Die vergessene Muse

Noch in der Renaissance und zu Beethovens Zeiten war sie die berühmteste Muse der Philosophen, Dichter und Gelehrte: Urania – die Gottheit der universellen Liebe und des heiligen Geistes. Häufig wird sie umhüllt von einem Gewand aus Sternen dargestellt, ihre Augen sind gen Himmel gerichtet; in einer Hand hält sie einen Globus und in der anderen Hand einen Zirkel. Urania wird die Fähigkeit zugesprochen die Zukunft vorherzusagen. Gerade habe ich die Tiedge-Vertonungen von Beethoven gesungen und immer noch hallen die Verse in meinem Kopf nach. Tiedges Urania wurde 1801 öffentlich – nur 4 Jahre später komponiert Beethoven An die Hoffnung Op.32 . Der Text, der sich auch mit der Philosophie von Kant beschäftigt – muss Beethoven sehr kostbar gewesen sein. Es wird vermutet, dass bereits 1805 Tiedges Verse ihm Trost gaben sich mit der Vorahnung einer voranschreitenden Taubheit auseinanderzusetzen. Es wundert nicht, dass Beethoven 1813 die Verse neu komponiert und mit An die Hoffnung Op.94 aus einem Strophenlied ein formal komplexes Musikstück wird, wobei die Melodie der Harmonik und des persönlichen Duktus untergeordnet ist. Wie auch unser 2ter Neuer Leipziger Kulturzirkel Von Gottheiten und anderen Gestalten gezeigt hat, der bei Autor und Rechtsanwalt Alexander Pape stattfand, sind Gottheiten und Mythen…

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Von der Vermeidung der Dekadenz | Exzerpte aus den Cahiers Heft 1 von Simone Weil

Durch den wunderbaren Blog Unterm Dach meiner Lieblingsjournalistin Regina Katzer (LVZ) bin ich auf den Beitrag von Nikos Psarros (APL Prof. für theoretische Philosophie an der Uni Leipzig) gestoßen. In seiner Wohnung im Musikviertel findet sich ein Portrait von Simone Weil – den Namen hatte ich nie gehört trotz meiner zwei Semester Philosophie an der CAU Kiel. Aus purer Neugier habe ich also ihre gesammelten Aufzeichnungen (Cahiers) besorgt und hatte nun die Gelegenheit in das erste Heft hineinzulesen. Heute möchte ich mit euch mittels eines Exzerpts ihre Gedanken zur Anregung teilen: „Physik nur durch Analogie!“ „Die Ordnung der Dinge ist nicht die Ordnung des Denkens.“ „Gesetze, einzige Quelle der Freiheit.“ „Das Individuum hat nur eine Stärke: Das Denken. Doch nicht wie es die platten Idealisten verstehen – Bewusstsein, Meinung etc. Das Denken stellt eine Macht dar und begründet also nur insofern ein Recht, als es ins materielle Leben eingreift.“ „Die einzige Waffe des Willens ist, insofern er Denken ist, die verschiedenen Dimensionen der Zeit zu erfassen, während der Körper nur auf die Gegenwart beschränkt ist.“ „Die Menschen an der Macht immer als etwas gefährliche DINGE betrachten.“ „Das schreckliche an der Macht ist, was sie an Unbegrenzten enthält.“ „Der Mensch ist…

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Sommerlektüre

Die seltsame Stille im Waldstraßenviertel, die mich auf unbehagliche Weise an die Zeit Ende März bis Anfang Mai erinnert, lässt erahnen, dass es Sommer ist. Auch ich bin zwischen Bequemlichkeit und Aufbruchstimmung in der letzten Woche nicht zu meinem Blogeintrag gekommen. Jetzt in der Sommerpause, so denke ich, ist ein zweiwöchiger Rhythmus auch genehm. Bevor ich mich auf mache in das Ferienhaus der Familie – idyllisch gelegen am Meer in der korinthischen Bucht – möchte ich mit euch meine Sommerlektüre teilen. Dank des Insta-Posts eines Freundes bin ich erneut auf Kerstin Hensel gestoßen. Als Lyrikerin verehre ich sie sehr. Nun hat sie eine Novelle im Luchterhand Verlag herausgebracht. Beim ersten Reinstöbern wird bereits deutlich, dass dieses Buch nicht aus der Hand gelegt werden darf und das Genre Novelle durch die Hand dieser umwerfenden Schriftstellerin erneuert wird. Daneben im Gepäck: die Aufzeichnungen Band 1 von Simone Weil. Es ist lange her, dass ich mich der Philosophie gewidmet habe – zu lange. Als Musikerin bin ich zu lange bei Adorno hängen geblieben. Jetzt also Simone Weil. Ich bin gespannt. Bereits gelesen, aber erneut mitgenommen habe ich die Studie Opernsänger heute der Bertelsmann Stiftung. Hierzu werde ich nach der Sommerpause Anfang September eine…

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Wie viele sind wir? Gibt’s die überhaupt? Ein Kommentar zur Bertelsmann Studie Opernsänger mit Zukunft!

Partiell wirklich vorhandener Finanznöte? Freiberuflich zu sein bedeutet faktisch arbeitslos zu sein? In der vom Institut für Kultur und Medienwirtschaft (IKMW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführten Studie hat das IKMW die Arbeitswirklichkeit, Ausbildungssituation und Zukunftsperspektiven des Operngesangsnachwuchses in Deutschland umfassend untersucht. Ich habe mir die Studie mal genauer angeschaut und bin verblüfft, dass so wenig harte Fakten zur Grundlage genommen worden sind. Die Studie fußt auf eine persönliche Einschätzung der Autorengruppe und Zahlen, die die deutschen Musikhochschulen geliefert haben. Hierbei muss ich feststellen, dass sowohl formal als auch inhaltlich nicht die allgemein bekannten Standards zu erkennen sind, die dem Namen „Studie“ gerecht werden. Der Bertelsmann Stiftung scheinen dabei Experten und Zugang zu verlässlichen Zahlen gefehlt haben. Einen umfangreichen Kommentar dazu werde ich in den nächsten Tagen an dieser Stelle als pdf zum Download zur Verfügung stellen. Für eine hoffnungsvolle Zukunft in der Kunst & Kulturbranche ist es unablässig, dass in unser heutigen medialen, komplexen Welt Daten zu Verfügung stehen, die ein umfassendes Bild unserer Arbeit als Opernsänger zeichnen. Es kann nicht sein, dass ich hier Sätze lese, wie „Freiberuflich zu sein bedeutet faktisch arbeitslos zu sein“ oder „Nicht das prosaische Monothema »Sparen und Etatkürzungen« dominiert folglich die Agenda, sondern…

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Memo Julius Stockhausen No. 2 | Keine Klassenunterschiede

Die Mutter – eine zentrale Figur, die Julius‘ Kunstsinn und -geschmack prägte. Wie oft habe ich mich gefragt, ob es essentiell ist klassische Musik im Elternhaus zu hören, damit man später eine Karriere darauf aufbauen kann! Natürlich gibt es unzählige Beispiele, die bestätigen, dass Musikereltern auch Musikerkinder hervorbringen. Wie kann es anders sein, wenn man einmal mit dem Elixier infiziert wurde? Eine andere Frage, die damit einhergeht ist, ob klassische Musik nur für elitärere Haushalte zugänglich ist? Auch dafür gibt es in der Gegenwart zahlreiche Beispiele. Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Junge, der auf dem Kölnberg aufwächst, Zugang zum Klassikkanon Bach bis Zemlinsky hat, geschweige denn jemals vom Sänger Julius Stockhausen gehört hat. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Klassische Musik gehört nicht in den Entertainment- und Eventbereich, sondern ist ein Forschungsgebiet, wie jede andere Wissenschaft auch. Grundlage dieser Forschung ist die Bildung, die wir bereits in der Schule vermittelt bekommen, herrschende Meinungen (d.h. Meisterwerke von Komponisten, die als Meilensteine dieser Forschung betrachtet werden). Dennoch braucht man heute natürlich nicht so viel Glück eine Magarete Stockhausen als Mutter zu haben, damit man überhaupt Zugang zu der Welt der klassischen Musik haben kann. Youtube an und schon…kommt die Piano-Sonate…

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Memo Julius Stockhausen No. 1

Im Grunde ist es leicht zu sagen, dass der Zugang zu Bildung und Kultur durch die digitalen Medien vereinfacht wurde. Ich frage mich in den letzten Wochen, inwiefern der Gesangsunterricht über Skype wirklich machbar ist. Das Reisen ist immer noch eingeschränkt – heute hat Großbritannien nun nach langem Zögern die Quarantäneverpflichtung für Einreisende verhängt – und man greift doch gerne auf Skype zurück, um nicht gänzlich die Routine und den Kontakt zu verlieren. Trotzdem ich mich als digital-affin beschreiben würde, habe ich bis heute eine Hemmung, wenn es darum geht den Gesangsunterricht per Videokonferenz ernst zu nehmen. Lieber wende ich mich dann doch dem klassischen Buch zu, um tiefer in die Gesangslehre einzusteigen. Bereits im letzten Jahr habe ich mich vermehrt mit Julius Stockhausen beschäftigt. Seine Mutter war eine große Sängerin, die ihrem Sohn ein tiefgründiges Verständnis über den Aufbau einer jungen Stimme mitgab. Julius entwickelte Ihre Gesangslehre weiter und ist nun für mich eine große Inspirationsquelle. Die letzten Monate waren insofern bereichernd als dass ich mir viel Zeit genommen habe mein Gesangsinstrument zu pflegen, zu intonieren und Konsonanten mit Würde zu singen. Ein paar von Julius‘ Gedanken habe ich aufgegriffen und für mich neu definiert. Diese möchte ich in…

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Neue Podcast Episode – Ist Digital das neue Kapital?

Auf neue Episoden könnt ihr euch ab 24.05.2020 freuen: Episode 4 – OPER & LEBEN | Digital ist das neue Kapital – Von (Un-)Möglichkeiten im Netz -> am 24.05.2020 Episode 5 – OPER & LEBEN TALK | Eva Meitner (Dirigentin) – Alles andere als nur ein bisschen Klassik TO GO -> am 25.05.2020 Episode 6 – OPER & LEBEN | Back to the Roots No. 2-> AM 14.06.2020 Zur Einstimmung hier meine Leseempfehlung für alle Digital-Newbies, die mehr über den Kunstmarkt im Netz wissen wollen:

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