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En Dialogue Beiträge

#worldoperaday | La Clemenza di Tito

Warum heißt die Oper eigentlich nicht La Clemenza d‘ Amore? Liebe – sie macht so Einiges mit uns. Im Grunde ist die Liebe ein wohlwollendes Ding – viele wohlwollende Taten machen in Summe das Produkt Liebe? Aber ist es so einfach? Laut Mozart lautet die ganz klare Antwort: Nein! Das Leben und die Liebe sind ein komplexes Ding – eine Verdichtung aus vielen unterschiedlichen Absichten auf die wir reagieren und Liebe schon mal mit falscher Aufmerksamkeit verwechseln. Die Personen: So auch im Fall des jungen Sesto, der als Freund des Kaisers Tito Vespasiano, der den Irrungen und Wirrungen der Liebe zum Opfer fällt.  Die Liebe, die er für die schöne, reizende Vitellia empfindet ist einseitig und wird von ihr instrumentalisiert. Aber auch Tito selber – der von Allen geliebten Kaiser – muss doch einen Spiel von Intrigen, politischen Verstrickungen und geschichtlicher Folgen zum Opfer fallen. Wohlwollende Taten eines Einzelnen sind kein Garant für die Liebe und Zuneigung aller. Schließlich kann man keine Verantwortung für den logischen Fortgang der Geschichtsschreibung übernehmen. Im Zentrum der reinen Liebe steht das Päarchen Annio und Servilia, die ob ihrer jungen, naiven Art unbewusst den Ausgang der Geschichte lenken. An ihnen selbst scheint jede Böswilligkeit abgeprallt…

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Coache dich selbst! 7 Wege für ein glückliches Sängerleben.

Musik ist alles, aber dann eben doch nicht. Ihr kennt das vielleicht… Man arbeitet hart an der Vorbereitung eines neuen Programms, einer neuen Partie oder einfach auch Organisatorisch für das nächste Vorspiel oder Vorsingen. Man bleibt ganz verbissen daran das Notenmaterial, Text , Stilistik und Ausdruck zu studieren. Allmählich fühlt sich der Weg hart und schwer an, wirklich auf der Bühne überleben zu können und man beginnt zu zweifeln. Abstand, Sackenlassen und einfach mal wieder was anderes tun ist dann angesagt.Verbissenheit und Starrsinn tut der Musik so wenig gut, wie zu viel Zucker in deiner Lieblingssüßigkeit. Wie können wir uns also mit vollem Fokus und Disziplin auf die Musik einlassen, ohne diese Aufgabe als die existenziellste unseres Lebens zu begreifen? Mir hat dabei das Standardwerk 7 habits of highly effective people von Stephen R.Covey geholfen. Das TIME Magazine zählt Covey Werk zu den 25 einflussreichsten Management-Methoden. Oh je das klingt jetzt ganz trocken: Management- Methode, aber im Grunde geht es viel mehr darum, wie man effektivsten mit sich und anderen umgeht. Ein Schlüsselwerk in Sachen human Bevor es richtig los geht: Ihr könnt den Blogbeitrag auch als Podcast hören. Hie gibt es einen kleinen Einblick: Der wohl berühmteste Gedanke von…

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Oper & Leben | Neue Podcast-Folgen zum Thema: Coache dich selbst!

Es hat sehr lange gedauert, aber in dieser Woche stelle ich nun endlich die neue Podcast-Folge zum Thema „Coache dich selbst! 7 Gewohnheiten für ein glückliches Sängerleben“ online. Die zweiteilige Episode könnt ihr am 22.10 abrufen. Angelehnt an die Methode „7 Habits of highly effective people“ stelle ich dar, warum Musik alles sein sollte, aber dann doch eben wieder nicht, um ein guter Sänger zu sein und ein glückliches Sängerleben zu führen. Verfolgt mal diese Aussagen: Ein guter Sänger ernährt sich gut.Ein guter Sänger sucht den Ausdruck in der Natur.Ein guter Sänger ist körperlich stark.Ein guter Sänger wird den Ausdruck in der Spiritualität zu empfinden wissen.Ein guter Sänger ist kontaktfreudig und leicht im Umgang mit anderen.Ein guter Sänger spricht mindestens 3 Sprachen neben seiner Muttersprache.Ein guter Sänger kann es sich auch richtig gut gehen lassen.Ein guter Sänger ist ein Organisationstalent. Ein guter Sänger ist sorglos und frei. Wie weit entfernt scheint die Opern- und Konzertwelt voller Glamour und Drama der 70er Jahre. Maria Callas soll ja mal gesagt haben: „Nur ein trauriger Vogel kann singen.“ Wenn ich das Interview mit Maria Callas höre, scheint es mir, dass die Operndiva das Gefühle gehabt haben muss gegen eine feindliche Welt anzukämpfen: Umso…

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URANIA |Die vergessene Muse

Noch in der Renaissance und zu Beethovens Zeiten war sie die berühmteste Muse der Philosophen, Dichter und Gelehrte: Urania – die Gottheit der universellen Liebe und des heiligen Geistes. Häufig wird sie umhüllt von einem Gewand aus Sternen dargestellt, ihre Augen sind gen Himmel gerichtet; in einer Hand hält sie einen Globus und in der anderen Hand einen Zirkel. Urania wird die Fähigkeit zugesprochen die Zukunft vorherzusagen. Gerade habe ich die Tiedge-Vertonungen von Beethoven gesungen und immer noch hallen die Verse in meinem Kopf nach. Tiedges Urania wurde 1801 öffentlich – nur 4 Jahre später komponiert Beethoven An die Hoffnung Op.32 . Der Text, der sich auch mit der Philosophie von Kant beschäftigt – muss Beethoven sehr kostbar gewesen sein. Es wird vermutet, dass bereits 1805 Tiedges Verse ihm Trost gaben sich mit der Vorahnung einer voranschreitenden Taubheit auseinanderzusetzen. Es wundert nicht, dass Beethoven 1813 die Verse neu komponiert und mit An die Hoffnung Op.94 aus einem Strophenlied ein formal komplexes Musikstück wird, wobei die Melodie der Harmonik und des persönlichen Duktus untergeordnet ist. Wie auch unser 2ter Neuer Leipziger Kulturzirkel Von Gottheiten und anderen Gestalten gezeigt hat, der bei Autor und Rechtsanwalt Alexander Pape stattfand, sind Gottheiten und Mythen…

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Irgendwie „Weitermachen“ | Von leeren Konzertsälen und der Kulturverdrossenheit

Ich hatte es bereits in meinen letzten Blogeintrag angedeutet: Immer mehr wird mir gerade deutlich, dass ein engagiertes „Weitermachen“ doch nicht das Allheilmittel sein kann. Wenn ich mich in ein wenig kritisch auf den sozialen Medien über die merkwürdigen Konzertsituationen – zuletzt an der Oper Halle – äußere, bekomme ich doch des Öfteren den Kommentar zurück, dass wir doch alle froh sein sollen, dass irgendwas gemacht wird. Aber ist das auch so? Ich habe nicht den Eindruck, dass man sehr glücklich über die Situation sein kann, wenn man eine gekürzte Opernfassung mit eingestampften Orchester im großem Haus vor 50-Leute starken Publikum spielt. Die Krise wird einen deutlich vor Augen geführt. Das spürt die Musik, das spüren die Musiker, das spürt das Publikum und niemand darf etwas sagen. Mir geht es gar nicht so sehr die Corona-Hygienebestimmungen in Frage zu stellen, die unsere Gesundheit schützen und uns Sicherheit geben. Man braucht nur gen Madrid schauen und dabei feststellen, dass eine zu lockere Richtlinie das Publikum erst recht davor abhält zu kommen. Mir geht es darum, dass ich das Gefühl habe, dass sich die Institutionen und deren Leitung zu wenig in einen Dialog begeben, was diese Krise wirklich bedeutet. Irgendwie ist diese…

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Oper & Leben | Alle Videobeiträge Sommer 2020

In Kooperation mit dem Land Sachsen und der Kampagne #Sogehtsächsisch habe ich während des Sommers alle 2 Wochen Facebook-Beiträge, die nun auch auf dem Youtube Channel abzurufen sind. Hier nun alle Sommerbeiträge zum Nachhören: #1 Neuer Leipziger Kulturzirkel und Vorfreude auf Pressebesuch Die LVZ war zur Gast. Den Artikel könnt ihr hier nachlesen. #2 Ferienstimmung und Eindrücke vom Neuen Leipziger Kulturzirkel #3 Feriengepäck: Simone Weil und Kerstin Hensel #4 Dietrichs Kleinod und die Neue Musik im Fläming #5 Zu Gast im Jagdhaus Kössern Neue Beiträge und einen Videoblog mit spannenden Gesprächspartner wird es zwischen den Jahren 2020/2021 geben. Ich bin da schon fleißig in der Planung und im Gespräch. Danke an das #sogehtsächsisch Team und das Vertrauen! Generell schwelge ich ein wenig in Sehnsucht nach der schönen Ferienzeit. Auf meinem Instagram-Kanal gibt’s ein paar Eindrücke von der wundervollen Zeit auf Kefalonia: Eine schöne, kreative, hoffnungsvolle Woche wünsche ich euch!

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Das gute Sängerleben

Was ist das gute Sängerleben? Man möchte meinen, dass diese Frage einfach zu beantworten ist: Anerkennung seiner Leistung als gefragter Musiker mit einer regelmäßigen und zahlreichen Konzerttätigkeit in der Saison. Das ist definitiv auch für mich so. Dennoch kommen weitere Aspekte dazu, die für mich Luxus bedeuten: Einen Sängeralltag, der geprägt ist von Konzert- und Opernprojekten, die den Sänger künstlerisch ausfüllen: Künstlerischer Austausch ist ein ganz wesentliches Grundnahrungsmittel, um seine Kreativität zu behalten.  Diese wenigen Momente, an denen alles stimmt und man nicht in routinierte Probenarbeit verfährt, prägen für mich ein gutes Sängerleben. Manchmal muss man diese Momente auch im Kleinen suchen, wenn man gerade eine neue Partie studiert oder einen Liederabend vorbereitet. Hier gilt es stets nicht in das routinierte Muster zu verfallen nach der Perfektion des technischen und stilistischen Könnens zu verfallen. Vielmehr muss der eigene Blick für die Kunst stets geschärft werden. Ein gutes Sängerleben ist demnach auch geprägt von Zeit fürs Studium und Reflexion. Diese Essenz muss stets vordergründig im Bewusstsein des Interpreten stehen und präsent auf den Konzertbühnen sein. Andernfalls verfällt die Kunst eine Beliebigkeit, ist austauschbar und wird damit ihrer Bedeutung geraubt. Vielleicht ist das eine kleine Annährung zu der Frage, warum ich denke,…

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Und nun? Saison 2020/2021

Die letzten Monate mit Konzerten vor einem geschmälerten Publikum und meine Arbeit als Kulturbotschafterin und dem Podcast Oper & Leben haben mir eines gezeigt: Nichts ist wie wir es kannten. Im April und nach der Überwindung der ersten Krise der Verzweiflung, kam dann eine Welle der Euphorie in mir auf und ich habe mich zunehmend auf die Chancen eines Umbruchs konzentriert. Nun aber gibt es spürbar einen Wandel des Konzertlebens, der nicht nur mit dem kalten Kunstmarkt zutun hat, sondern auch und insbesondere mit einer Verachtung der Hochkultur. Und der Kampf um das Erbe hat nun auch äußerlich begonnen. Für mich ist es gar nicht überraschend, dass die Künstleragentur CAMI nun Konkurs angemeldet hat. Schließlich sind Agenturen in erster Linie Wirtschaftsunternehmen. Für mich ist es überraschend, dass die Institutionen (Konzerthäuser, Musikhochschulen und Festivals) ausschließlich ein Thema in den Vordergrund stellen, um eine Debatte über die Kunst zu führen: Die Finanzierbarkeit. Hochkultur hat sehr wenig mit der Kalkulierbarkeit eines möglichen Cash-Flows zu tun und es sollte auch nicht vordergründig um Subventionen gehen. Ist man im deutschsprachigen Raum wirklich so blind gegenüber Visionen, wissenschaftlicher Forschung und Innovation geworden? Ich glaube nicht. In vielen Bereichen gibt es Austausch und den Willen zum Wandeln.…

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Von der Vermeidung der Dekadenz | Exzerpte aus den Cahiers Heft 1 von Simone Weil

Durch den wunderbaren Blog Unterm Dach meiner Lieblingsjournalistin Regina Katzer (LVZ) bin ich auf den Beitrag von Nikos Psarros (APL Prof. für theoretische Philosophie an der Uni Leipzig) gestoßen. In seiner Wohnung im Musikviertel findet sich ein Portrait von Simone Weil – den Namen hatte ich nie gehört trotz meiner zwei Semester Philosophie an der CAU Kiel. Aus purer Neugier habe ich also ihre gesammelten Aufzeichnungen (Cahiers) besorgt und hatte nun die Gelegenheit in das erste Heft hineinzulesen. Heute möchte ich mit euch mittels eines Exzerpts ihre Gedanken zur Anregung teilen: „Physik nur durch Analogie!“ „Die Ordnung der Dinge ist nicht die Ordnung des Denkens.“ „Gesetze, einzige Quelle der Freiheit.“ „Das Individuum hat nur eine Stärke: Das Denken. Doch nicht wie es die platten Idealisten verstehen – Bewusstsein, Meinung etc. Das Denken stellt eine Macht dar und begründet also nur insofern ein Recht, als es ins materielle Leben eingreift.“ „Die einzige Waffe des Willens ist, insofern er Denken ist, die verschiedenen Dimensionen der Zeit zu erfassen, während der Körper nur auf die Gegenwart beschränkt ist.“ „Die Menschen an der Macht immer als etwas gefährliche DINGE betrachten.“ „Das schreckliche an der Macht ist, was sie an Unbegrenzten enthält.“ „Der Mensch ist…

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Sommerlektüre

Die seltsame Stille im Waldstraßenviertel, die mich auf unbehagliche Weise an die Zeit Ende März bis Anfang Mai erinnert, lässt erahnen, dass es Sommer ist. Auch ich bin zwischen Bequemlichkeit und Aufbruchstimmung in der letzten Woche nicht zu meinem Blogeintrag gekommen. Jetzt in der Sommerpause, so denke ich, ist ein zweiwöchiger Rhythmus auch genehm. Bevor ich mich auf mache in das Ferienhaus der Familie – idyllisch gelegen am Meer in der korinthischen Bucht – möchte ich mit euch meine Sommerlektüre teilen. Dank des Insta-Posts eines Freundes bin ich erneut auf Kerstin Hensel gestoßen. Als Lyrikerin verehre ich sie sehr. Nun hat sie eine Novelle im Luchterhand Verlag herausgebracht. Beim ersten Reinstöbern wird bereits deutlich, dass dieses Buch nicht aus der Hand gelegt werden darf und das Genre Novelle durch die Hand dieser umwerfenden Schriftstellerin erneuert wird. Daneben im Gepäck: die Aufzeichnungen Band 1 von Simone Weil. Es ist lange her, dass ich mich der Philosophie gewidmet habe – zu lange. Als Musikerin bin ich zu lange bei Adorno hängen geblieben. Jetzt also Simone Weil. Ich bin gespannt. Bereits gelesen, aber erneut mitgenommen habe ich die Studie Opernsänger heute der Bertelsmann Stiftung. Hierzu werde ich nach der Sommerpause Anfang September eine…

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