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Das gute Sängerleben

Was ist das gute Sängerleben? Man möchte meinen, dass diese Frage einfach zu beantworten ist: Anerkennung seiner Leistung als gefragter Musiker mit einer regelmäßigen und zahlreichen Konzerttätigkeit in der Saison.

Das ist definitiv auch für mich so. Dennoch kommen weitere Aspekte dazu, die für mich Luxus bedeuten:

Einen Sängeralltag, der geprägt ist von Konzert- und Opernprojekten, die den Sänger künstlerisch ausfüllen: Künstlerischer Austausch ist ein ganz wesentliches Grundnahrungsmittel, um seine Kreativität zu behalten.  Diese wenigen Momente, an denen alles stimmt und man nicht in routinierte Probenarbeit verfährt, prägen für mich ein gutes Sängerleben.

Manchmal muss man diese Momente auch im Kleinen suchen, wenn man gerade eine neue Partie studiert oder einen Liederabend vorbereitet. Hier gilt es stets nicht in das routinierte Muster zu verfallen nach der Perfektion des technischen und stilistischen Könnens zu verfallen. Vielmehr muss der eigene Blick für die Kunst stets geschärft werden. Ein gutes Sängerleben ist demnach auch geprägt von Zeit fürs Studium und Reflexion.

Diese Essenz muss stets vordergründig im Bewusstsein des Interpreten stehen und präsent auf den Konzertbühnen sein. Andernfalls verfällt die Kunst eine Beliebigkeit, ist austauschbar und wird damit ihrer Bedeutung geraubt.

Vielleicht ist das eine kleine Annährung zu der Frage, warum ich denke, dass die klassische Musik im Grund ein notwendiger Luxus ist. Der Zukunftsforscher Jan Drechsler antwortet auf die Frage was Luxus für ihn sei: „Luxus verlangt Fokus auf Wesentliches.(…) Der Genuss lebt von der Besonderheit. Was ist Luxus ohne Wert?“

Der Begriff ist also in Abgrenzung zu dem Alltäglichen – quantitativ mehr Wahrnehmbaren – zu verstehen.

In diesem Sinne ist es sogar notwendig sich vom Alltag abzuwenden und Luxusmomente zu erleben. Ich denke manchmal, dass wenn jemand zu einem Musiker sagt „Mensch, dein Job ist ja purer Luxus!“, dass er durchaus Recht hat, da wir uns mit der Materie des Außergewöhnlichen beschäftigen. Die Anerkennung der Gesellschaft, dass diese Arbeit hohe Entbehrungen bedarf, da es eben nicht in das Alltägliche entschwinden darf, ist heute nur noch seltener zu finden. Eher wird dem Künstler mit Neid oder Mitleid begegnet.

Ein gutes Sängerleben ist eben auch eines am Nabel der Zeit zu messen. Und aus diesem Grund ist für mich der künstlerische Austausch mit den Hörern und Musikerkollegen das Allerwichtigste.

Eine schöne Woche euch.

Zur Zeit mein Lieblings-Lifestyle Magazin: LAYERS!!

Und wer mehr über den Bereich der Futurologie wissen möchte, sollte mal bei Max Thinius vorbeischauen:

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